Zeitungszeugen und der Reiz des Verbotenen

Rainier Piqual am 24.01.09

ZeitungsstaenderJetzt also doch: Zeitungszeugen soll verboten werden. Wir hatten ja schon darüber geschrieben, in leiser Vorahnung.

Da der Zentralrat der Juden aber keine juristische Handhabe hat, ist nun das bayerische Finanzministerium gefragt. Und dies will ein Verbot mithilfe des Urheberrechtsanspruches durchdrücken, der ihnen 1945 von den Amerikanern überantwortet wurde. Eigentlich erlischt dieser aber 70 Jahre nach der Veröffentlichung der Zeitungen; der Brite McGee darf also alle Nazi-Blätter bis 1939 herausbringen.

In der aktuellen Ausgabe der Zeitungszeugen ist nun auch noch ein Hakenkreuz abgebildet. Das ist aus gutem Grund generell verboten, es sei denn es dient Forschung, Wissenschaft oder Kunst.
Dienen die Zeitungszeugen eins von den dreien? Also ich hatte mir ja die erste Ausgabe besorgt, aber nach Forschung oder Wissenschaft sah das wirklich nicht aus. Ein Kommentar und eine paraphrasierte Zeitleiste, wie man sie in jedem Schulbuch der 6ten Klasse findet – das ist zu wenig. Aber hej, die sind von Historiker-Koryphäen! Koryphäen! Proktologie!
Und Kunst? Ist es Kunst? Naja, die erste Ausgabe war rot, die zweite ist blau. Vielleicht sollte man sich darauf berufen, wirkt jetzt auf Anhieb vielversprechender.
Beide Seiten machen ziemlich auf dicke Hose, dabei werde ich nicht müde zu wiederholen, daß man mit einem Zahnstocher keine Sahne schlagen kann. Vielleicht besorg ich mir doch wieder einen Fernseher und schaue mir Guido Knopp-Dokus an, oder gar Walküre im Kino, der aber irgendwie Vaküri oder so heißt.
Guido, wenn du dies liest, bitte mach auch ne Zeitung!

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