Wir konferenzen, schnüren und gipfeln uns zu Tode

Rainier Piqual am 22.10.08

Konferenzgäste

Ob all den Gipfeln, Konferenzen und Krisen und Pakete schnüren dieser Woche haben wir doch glatt eine Krise vergessen! Die Klimakrise. Aber die vergessen wir gleich mal wieder.
Es gab nämlich eine Geberkonferenz für Georgien, die als „georgische Geberkonferenz“ demnächst auch bei Wikipedia erscheinen wird. Die Geber kamen überein, Georgien viel Geld an der Zahl zu geben, was Georgien selbst noch auf einer Nehmerkonferenz entgegennehmen muß. Von georgischer Seite nimmt der georgische Präsident teil, der dabei von einer Sekretärin und Fahnenträgerin unterstützt wird, welche aber erst von der Geberkonferenz akkreditiert werden muß. Doch bevor der Präsident auf der Nehmerkonferenz etwas entgegennimmt, muß er auf dem nationalen Nehmergipfel erscheinen um dort Hände zu schütteln und zuzuhören. Wahrscheinlich erledigt dies seine Sekretärin mit Zusatzausbildung Fahnenträgerin, die zufälligerweise so aussieht wie der georgische Präsident höchstselbst.
Er selbst wird also insgeheim noch zu Hause sein um ein Rettungspaket zu schnüren, in dem jedoch bereits ein Teil des von der Geberkonferenz zu gebenden Geldes mit drin ist. Mit persönlichem Anschreiben an Joseph Ackermann, der ihm wie die lokale Zungenwurst ans Herz gewachsen ist.
Schließlich fährt er mit seiner Sekretärin und dem Rettungspaket im Kofferraum in die Stadt, wo die Nehmerkonferenz stattfinden wird, wie auch ein Nahostgipfel, bei dem er mit der als Sekretärin verkleideten Sekretärin den mitgebrachten Wodka wegtrinkt und Abends im Hotelzimmer Verkehr hat. Dabei stirbt er an einem Herzinfarkt.
Schade. Als nächstes wäre ein „Meeting“ im anglophilen Deutschland dran gewesen, wo ich ihm die Flosse gereicht hätte.

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