Was geht eigentlich so in Grönland ?

Rainier Piqual am 11.11.08

gronland.jpgIch war neulich mit dem Flugzeug unterwegs. Auch über Grönland. Es ist ein sehr großes Land und sogar die größte Insel der Welt, aber daß es mal irgendwie von sich Reden macht ist nicht der Fall – der mickrige Vatikan hat deutlich bessere „Public Relations“.
Also, was geht so in Grönland ? Wenn man schon nichts von denen hört, muß man selbst mal gucken. Ich hab mich also aus der Propellermaschine durch den Toilettenabfluß abgeseilt (ich war Gefangener, aber das ist eine andere Geschichte), um mich mal vor Ort umzusehen. Also in der Mitte der Insel ist nur Eis. Und Schnee. Und Berge. Also all das, was man schon aus der Tiefkühltruhe kennt. Erwähnenswert ist an dieser Stelle, aber noch der grönländische Eisschild, der momentan schmilzt und dadurch den Meeresspiegel um sieben Meter ansteigen lassen wird. Klimaerwärmung. Hamburg sollte Grönland besser den Krieg erklären, bevor es zu spät ist. Ich melde mich. Da Grönland aber größtenteils in der Hand der Tiere ist, d.h. Polarbären, Robben und Fischstäbchen in jeglicher Couleur, auch Wale durchkämmen den Eisschild auf der Suche nach Krill. Da ich aber keine Robbenklobberausbildung genoß, im Walkampf bin ich dagegen recht versiert, sollte ich mich vielleicht doch auf den Urlaub vor Ort beschränken.
Wenn man nun zur Küste weiter vordringt, so verläßt man das Eisreich und betritt erdenen Boden. An der Küste sind auch die menschlichen Bewohner Grönlands zu Hause. Dies sind zumeist Eskimos und auch einige Dänen, die ja Grönland unter ihren Fittichen haben. Die Religion der Eskimos ist nun aber keine Robbenreligion, wie man es erwartet, sondern es
sind größtenteils Protestanten. Martin Luthers Bibelübersetzung war nämlich bei den Eskimos im 16. Jahrhundert ein Verkaufsschlager, daher auch die vielen deutschen Nachnahmen bei den Menschen dort.
Aufmerksamkeit verdient an der Küste vor allem die Hauptstadt Nuuk. 15.000 Einwohner freuen sich über inländische HipHop-Bands wie Nuuk Posse und über den warmen Golfstrom, aus dem sie die allerorts bekannten Fischstäbchen angeln, die man übrigens in Nuuk im einzigen Fischstäbchenmuseum der Welt betrachten kann. Der Eintritt kostet 15 dänische Kronen, die dem dortigen König, Kapitän Iglo, seiner Heizdecke zu Gute kommen.

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