Plattwürmer und Bananenschnecken.
Peter Popickel am 30.06.07Im Reich der Tiere gibt es ja zahlreiche Sonderlichkeiten. Säugetiere im Wasser, Happy Feet Pinguine und derlei mehr.
Ich möchte aber auf ein Thema zu sprechen kommen, womit ich auch andeuten möchte, wie es hätte anders sein können. Gemeint ist der Penis. Der menschliche ist hinlänglich bekannt und wird hier nicht behandelt. Und um ehrlich zu sein: Das Tierreich bietet interessantere Penii, deren zur-Schau-stellen sich lohnt.
Plattwürmer (Pseudobiceros bedfordi) besitzen nämlich zwei Penii. Diese sind nicht miteinander verquickt, wie ein doppelläufiges Gewehr zur Bärenjagd, nein, sie sind frei erigierbar nebeneinander angeordnet, vergleichbar mit den Stielaugen der deutschen Schnecke. Zur Paarungszeit werden diese Penii dann erigiert und der Nebenbuhler attackiert. En garde! Dabei fechten sie mit den Penii den Begatter des Weibchens aus. Ohne Tjost und ohne einen Sancho Pansa.
Au contraire hat die kalifornische Bananenschnecke einen Penis, der größer ist als sie selbst. Nicht nur größer, sondern fast doppelt so groß. Dieser wird aber nicht in seiner Gänze in den Schneckenpartner reingesteckt, wie denn auch. Vielmehr funktioniert dieser wie eine Spritze aus der der Samen auf das Gegenüber hinabgeträufelt wird. Ein seitlicher „Enter“-Haken sichert den Halt. Der Samen enthält dabei zum Teil sogar verweiblichende Stoffe (Schnecken sind Zwitter), die das Gegenüber dann endgültig zum befruchteten Weibchen machen. Leider bleibt der Penis mit Haken oftmals hängen, so daß er abgekaut werden muß. Penisamputation.
Wenn ich dieses bedenke, bin ich doch recht froh darüber, daß der Mensch letztlich nur mit Phallussymbolen einander bekämpft. Allerdings nehme ich jede Wette an, daß irgendwo im Dschungel ein Stamm lebt, dessen Männer sich einen Kampf der erigierten Penii liefern. Der Verlierer verliert durch abgeschlagenes Glied.
Meine Frau ruft zum Essen. Heute gibt es Bratwurst mit Rotkohl und Kartoffeln. Einen schönen Samstag.



