Nach der Zeitungskrise kommt die Internetkrise

Rainier Piqual am 01.12.08

medienlabor.jpgJetzt also die als Medienkrise aufgebauschte Zeitungskrise. Denn wenn alle anderen in einer eigenen Krise versumpfen muß es irgendwann auch einen selbst treffen, alleine schon, um glaubwürdig zu bleiben. Gründe sind bekannt: Gesichtslose Nachrichtenagenturartikel als Sparmaßnahme als Folge der Leserabwanderung in unser aller Internet. Immerhin das Internet und nicht das Fernsehen, oder gar der Volksempfänger, welche zu alt und ideologisch verbraucht sind. Stichwort Wetten daß und Joseph Göbbels, der inzwischen die Hits der 70er, 80er, 90er und das beste von heute in deutschen Haushalten ertönen lässt.

Gegen die beiden konnte man bestehen, doch das Internet, das schwarze Medienloch, ist eine Hausnummer zu groß. Kann man den gar nichts dagegen tun? Nein. Wie die Kohlekrise der 50er, die Ölkrise und die Klimakrise, ist die Zeitungskrise eine endgültige, es sei denn, Franz-Walter Steinmeier spitzt noch einmal seinen Krisenstab aus Blaufichte an.

Nene, der Karren bleibt im Morast stecken und die Mitfahrer müssen ihn verlassen damit er vielleicht doch noch herauskommt. Arbeitslosigkeit, Hartz 4, Arbeitsamt, Ostdeutschland – diese Assoziationskette deutet das drohende Drama an. Dies trifft in der Folge auch die Generation Praktikum, die hauptsächlich in den Zeitungen unterkommt und dort Berichte über Fußballspiele in der Kreisklasse anfertigt; Schlüsselqualifikation: Google-Recherche. Wohl dem Praktikanten der sich selbst breit aufgestellt hat und „irgendwas mit Medien“ machen möchte, denn dem öffnet sich dadurch auch die Tür zum Internet.

Aber, aber! Auch das Internet hat seine technischen Probleme: Bald gehen die Adressen aus und die USA möchte die Kontrolle über den Root nicht aus der Hand geben. Ein fragmentiertes Netz droht, das sich eine Generation domestiziert hat, die unter Konzentrationsschwäche und Doofheit leidet.
A propos Konzentrationsschwäche: Sind schon wieder viel zu viele Wörter hier, ich muß Schluß machen.
Oder wer hat überhaupt bis zum Schluß gelesen?

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