Muttermilch als geschmacklicher Maßstab für längerfrische ESL-Milch
Rainier Piqual am 29.01.09
Welche Milch trinkt ihr? Frischmilch? H-Milch? Oder die „maxifrische/längerfrische“ Milch? Es soll ja auch Laktoseintoleranz geben. Besonders in allen Ländern außerhalb des Westens vertragen die Leudies kein Milcheiweiß.
Heftige Darmgewitter mit Sprühnebel in Windhosen machen selbst den Indern ihre heilige Kuh madig. Popickel schwört zum Beispiel auf Direktsaft. Milch direkt aus dem Euter in die Müslischüssel – wegen der Vitamine. In seiner Fußballmannschaft war er deswegen als „Pony“ bekannt (Zusammenhang?).
Ich selbst bin ein Freund der Frischmilch. Ohne jetzt von Pony-Peter zu wissen, schmeckte mir reine Kuhmilch immer zu sehr nach dreckiger Arbeit in gebückter Haltung. Der Umstieg von der weichen, warmen Milch der Mutter zur Supermarkt-Frischmilch war schon schwer genug und wenn ich hier gleich in der mit Kleinkindern bestückten Nachbarschaft die Mütter frage, ob sie mir nicht ein wenig, nunja:
„Ich hätte gerne etwas Milch.“ Dabei nicke ich, mit einem leeren Glas (Krug? Fass?) in der Tür stehend, verstohlen Richtung Brust und hoffe das Beste.
Möglichkeit A:
Die junge Frau setzt einen verdattert-angewiderten Blick auf und schlägt mit einem „äääaahhwaaaeeeeh“ die Tür zu.
Möglichkeit B:
„Ja bitte, kommen sie doch herein – haben sie auch einen Trichter für das Fass?“
In den 70ern wäre das wohl noch gegangen, aber nur bis zum deutschen Herbst. Dauerbreit von den THC‑ und Cannabinolrückständen der Muttermilch torkele ich von Tür zu Tür in dem Verlangen nach dem bewußtseinserweiternden Wundermittel. Die Muttermilchmafia quetscht mich aus wie eine Zitrone und foltert mich mit Muttermilchboarding (Waterboarding).
Ja.
H-Milch lehnte ich immer ab. Ekelhaft. So ganz anders als Mutter‑ oder Kuhmilch. Künstlich, ohne Seele. Jetzt habe ich vor kurzem der H-Milch eine zweite Chance gegeben, da ich mich nicht mehr an den Geschmack der Muttermilch erinnern kann (die Muttermilchmafia habe ich mir tatsächlich ausgedacht). Und siehe da: H-Milch schmeckt. Einen Milchgourmet wird sie nicht befriedigen, aber so seelenlos künstlich wie einst schmeckt sie auch nicht mehr. Mit Sieben-Meilen-Latschen schnellt sie die Evolutionsstufen hinauf, aber droht von der längerfrischen Milch kassiert zu werden.
Ist mir egal – ich weiß ja, an wen ich mich wenden kann.




Sehr amüsanter Beitrag.
Aber wieso keinen Videobeitrag dazu? Du hättest direkt live vor der Kamera dein unverblümtes Geschmackserlebnis mit der Internetwelt teilen können.
Gut, mit der Eutermilch un der Muttermilch wird das ein wenig schwierig, aber ich denke das kriegt man hin. Popickel hat ja bestimmt auch… ach nein.
Du hättest gerne das Darmgewitter mit Sprühnebel gesehen? Nein, nein.
Aber dich will ich mal sehen wie du mit Kamera (!!) bei der Mutter nebenan klingelst und sie nach Muttermilch fragst, dabei doof was von „die Milch macht’s“ stammelst.
Popickel gibt aber momentan Milch, den könnte man vor laufender Kamera mit Pinzetten melken.