Mein Hausschwein Peter als Begleitgrün
Rainier Piqual am 09.03.09
Seit etwas mehr als zwei Jahren halte ich nun mein Minihausschwein Peter (das Schwein auf dem Bild ist er nicht). Er entstammt einer speziellen Minizüchtung; eine normale Sau wird schließlich so groß wie ne 50 Liter Mülltonne und wenn die durch einen dummen Zufall stirbt, dann passt die in eben diese nicht mehr rein.
Und bevor hier jetzt einer von euch mit Tierquälerei kommt, ich habe schon Schweine gesehen, denen wurden alle festen Körperteile weggezüchtet, damit sie als putzige Sitzgelegenheit benutzt werden können (Kontaktinfos auf Nachfrage). Peter geht es gut und im Winter darf er sogar im Keller wohnen (Fernseher, DSL, Telefon, Abstellraum).
Jetzt ist aber sehr bald wieder Frühling und meine Eltern fragen sich, wann sie Peter denn wieder in den Garten lassen. Aber das Problem ist nicht etwa die Kälte oder Todesregenwürmer, sondern unser Nachbar Herr Huber (Name geändert). Ein allein lebender Mann, dem Ordnung im Garten sehr wichtig ist. Kennt ihr ja bestimmt. Dieser hatte Peter die ersten 2 Jahre für einen kleinen Hund gehalten, als dieser (Peter, nicht der Nachbar) noch sein dunkles Ferkelfell trug.
Als Peter aber im letzten Spätsommer von ihm in seinem eigenen Garten wühlend gefunden wurde und sich herausstellte, daß dieses Schwein unser Hund war, musste Peter vorzeitig in den Keller. Herrn Huber erzählte ich, als wortgewandter Familienaußenminister mit einer Flasche Wein als Entschuldigung, Peter sei an einen Schlachter verkauft worden, was ihm sichtlich gefallen hatte, auch in dem Glauben, daß seine Drohung die Polizei zu rufen offenbar gewirkt hatte.
Bis gestern wurden nun familienintern Lösungsvorschläge diskutiert: Peter das ganze Jahr über im Keller behalten oder ihn nur Nachts raus lassen oder ihn wirklich verkaufen (natürlich nicht an einen Schlachter).
Es sah nicht gut für ihn aus, bis ich ein informelles Gespräch mit dem Nachbarschafts-Infopoint, Rufname Christa, führte. Denn laut Christa trägt unser werter Herr Huber seit neuestem eine Brille wegen „allgemeinem Star“. Christa wusste sogar die Dioptrinanzahl oder Menge oder wie man das nennt: 2,1 Dioptrin! Ein reiner Schwellenwert: Zu wenig Dioptrin für Dauerbrille und zu viel, um wirklich was zu sehen, aber genau richtig für meine Idee.
Der erste Kunde im Baumarkt heute morgen war ich. Plastikfolie, loser Torf, Fixierdraht und Efeu.
Danach ab zu Peter in den Keller, Plastikplane an ihn rangeflanscht, Torf drauf und alles mit dem Draht fixiert. Peters Ohrlöcher gaben dem ganzen zusätzlich Halt und wurden so auch flachgelegt (wehe, jetzt lacht einer!). Schließlich den Efeu noch oben drauf, musste sogar ne zweite Rolle Draht holen, und raus mit Peter in den Garten, nachdem ich mit Moos diese Naturkomposition noch vollendet hatte.
Achtung, Wortwitz: Das merkt doch keine Sau!



