Ich glaub es taut!
Rainier Piqual am 28.06.07Also letzte mal war ja noch Eiszeit. Aber ich glaub es taut, wie der Titel schon sagt. Seitdem war ich da ja die ganze Zeit am Überlegen, was ich machen soll. Aber manchmal sieht man da ja den Baum vor lauter Bäumen nicht. Und so hab ich erst durch meinen Freund und Sozius Zeitungspeter erfahren, dass Sabine ja demnächst Geburtstag hat. Also inzwischen hatte. Ich will ja erzählen was ich da für ein Arangschemeng hatte. Jedenfalls war da dann Sabines Geburtstag unter der Woche, so dass sie arbeiten musste. Das war natürlich meine Gelegenheit. Sie konnte ja nich weg. Das klingt jetzt vielleicht ein wenig komisch, aber ich sah mich gezwungen das zu tun. Also ihr die Fluchtmöglichkeit bildlich gesehen vermauern. So wie die Ossis damals halt, aber die Geschichte kennt ja jeder. So. Ich also vormittags hin ins Cafe. Extra so vor der Mittagszeit, wenn da die ganzen Leude kommen und ihren Cappezino trinken wollen und vielleicht ne Pommes essen. Die gibts da ja auch. Mayo oder Ketchup. Ich persönlich nehme ja immer Mayo, auch wenn es jetz fettiger is und so. Aber es schmeckt einfach besser. Da kann man dann auch einfach es sich gut gehen lassen und sich sowas erlauben. Ich bin da nich so, außer natürlich meine Kleine is dabei. Dann gibts da nichma n Wasser. Die afrikanischen Kinder freuen sich dann auch über ein Glas Milch. Das liegt ja am heutigen Anspruchsdenken. Vielleicht reicht es dann, wenn ich meine Kleine dann zum Geburtstag auf lecker Pommes mit Hamburger einlade.
Also ich so rein ins Cafe, ich hatte mir vorher son Blumenstrauß da gekauft. Ganz schlichte Tulpen aus Holland. Diese ganzen anderen Blumen waren mir suspekt. Die kamen jedenfalls nich von hier. Is ja auch eine Art der Einwanderung bei der Flora und Fauna da. Wie Kartoffeln und Kartoffelkäfer zb. In der Hinterhand hatte ich noch einen Theatergutschein. Ein Tipp von meiner Kleinen. Den hatte ich ins Blumengebinde gesteckt und eine Einladung ausgesprochen. Also aufm Papier. Ich war natürlich schon aufgeregt. Ich hatte sie ja länger nich mehr gesehen oder angesprochen. Zum Glück war sie gerade am Abspülen und sah mich nicht. Das machte die Sache auch für mich leichter. Ich hab ihr dann den Strauß gegeben und mich entschuldigt. Sie war zuerst reserviert, aber meine Worte erweichten sie dann noch zu einem kleinen Lächeln. Naja, ich bin dann auch wieder gegangen. Man darf das ja auch nicht ausreizen. Und mein Arangschemeng war ja so geplant, dass die den Theatergutschein erst später entdeckt und sich dann Zeit lassen kann mit der Entscheidung ob sie mitkommt. Wär ich da geblieben und sie hätte das Kärtchen gefunden, das wäre ja wie Pistole auf die Brust. Ich werde also die nächsten Tage nochmal ganz „zufällig“ da im Cafe vorbeischneien. So ganz unauffällig auf einen Cappezino. Völlig normal. Das wird ein guter Tag!
Euer Manfred



